Museen sind Orte des Bewahrens – und zugleich Orte des Lernens. Doch damit kulturelles Erbe auch in Zukunft professionell betreut, erforscht und vermittelt werden kann, braucht es gut ausgebildeten Nachwuchs. Genau hier setzt das Projekt HEIdigital an: Als aktiver Teil der Thüringer Museumslandschaft engagiert es sich in der Aus- und Weiterbildung junger Museumsexpertinnen und -experten. 

Am 27. Januar 2025 wurde die Heidecksburg in Rudolstadt zum Lernort für den Museumsnachwuchs. Im Rahmen des Thüringer Volontariatsprogramms begrüßte das HEIdigital-Team angehende Fachkräfte zur Weiterbildung rund um die Dokumentation von Museumsobjekten – ein zentrales Aufgabenfeld moderner Museumsarbeit.

 

Museumsarbeit von Grund auf verstehen

Die Inventarisierung, Katalogisierung und Digitalisierung von Sammlungsobjekten bildet die Grundlage für nahezu alle weiteren musealen Prozesse. In der Weiterbildung auf der Heidecksburg erhielten die Teilnehmenden praxisnahe Einblicke in genau diese Arbeitsbereiche. Dabei geht es um weit mehr als das bloße Erfassen von Objekten: Es geht um strukturiertes Arbeiten, wissenschaftliche Präzision und den verantwortungsvollen Umgang mit kulturellem Erbe. Die Schulung vermittelt nicht nur Methoden, sondern auch ein Verständnis für die Bedeutung nachhaltiger Dokumentation im digitalen Zeitalter.

 

Ein strukturiertes Programm für den Einstieg

Das Thüringer Volontariatsprogramm bietet seit 2015 eine fundierte, zweijährige Ausbildung für Hochschulabsolventinnen und -absolventen, die im Museumsbereich Fuß fassen möchten. Es verbindet praktische Arbeit in Museen mit einem umfassenden Weiterbildungsangebot und schafft so einen strukturierten Einstieg in das Berufsfeld. Im Mittelpunkt steht ein individueller Ausbildungsplan, der die Volontärinnen und Volontäre durch alle zentralen Aufgabenbereiche führt: von Sammlung und Forschung über Ausstellungskonzeption bis hin zu Vermittlung und Organisation. Eigene Projekte fördern dabei selbstständiges Arbeiten und kreative Lösungsansätze.

 

Lernen im Netzwerk

Ein wesentliches Element des Programms ist das begleitende Weiterbildungsangebot des Museumsverband Thüringen e. V.. Seminare, Workshops und Exkursionen greifen Themen auf, die über den Arbeitsalltag einzelner Häuser hinausgehen – etwa Provenienzforschung, Museumsmanagement oder digitale Vermittlungsformate. So entsteht ein landesweites Netzwerk, in dem sich Nachwuchskräfte austauschen, voneinander lernen und gemeinsame Standards entwickeln können. Diese Vernetzung stärkt nicht nur die individuelle Qualifikation, sondern auch die Zusammenarbeit innerhalb der Thüringer Museumslandschaft.

 

Ein Modell mit Vorbildcharakter

In seiner Kombination aus Praxis, Weiterbildung und Vernetzung gilt das Thüringer Volontariatsprogramm als einzigartig in Deutschland. Es zeigt, wie gezielte Nachwuchsförderung nachhaltig wirken kann – sowohl für die persönliche Entwicklung der Teilnehmenden als auch für die Qualität musealer Arbeit insgesamt. Projekte wie HEIdigital leisten dabei einen wichtigen Beitrag: Sie geben ihr Wissen weiter, öffnen ihre Arbeitsprozesse und schaffen Lernräume, in denen Theorie und Praxis eng miteinander verzahnt sind.

 

So wird deutlich: Die Zukunft der Museen entsteht nicht nur in Ausstellungen und Sammlungen, sondern auch in der Ausbildung derjenigen, die sie gestalten.

27. Januar 2025,

geschrieben von Antonie, Maria


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