Museen leben von ihren Objekten – doch wie lassen sich diese so vermitteln, dass sie nicht nur betrachtet, sondern wirklich erlebt werden? Im Thüringer Landesmuseum im Residenzschloss Heidecksburg zeigt eine Augmented-Reality-Anwendung, wie genau das gelingen kann. Sie verwandelt die klassische Schausammlung in ein interaktives Abenteuer und eröffnet neue Wege der Wissensvermittlung für Jung und Alt. Statt reiner Betrachtung tritt das aktive Entdecken in den Vordergrund.

Mit dem Tablet in der Hand werden Vitrinen zu lebendigen Erlebnisräumen, in denen sich digitale und analoge Welt nahtlos verbinden.

 

Wenn Exponate zu erzählen beginnen

Ein kurzer Scan genügt – und schon erwachen Tierpräparate scheinbar zum Leben. Ergänzende Informationen erscheinen direkt im Raum: schwebende Texte, dreidimensionale Animationen, Audios und kleine Geschichten. Besucherinnen und Besucher erfahren nicht nur Namen und Herkunft der Tiere, sondern tauchen tiefer ein in ihre Lebensräume und die Hintergründe der Sammlung.
So entsteht ein neues Verständnis für die ausgestellten Objekte. Aus statischen Präparaten werden erzählende Zeitzeugen, die Wissen anschaulich und zugänglich vermitteln.

 

Wissen spielerisch erschließen

Ein zentrales Element der Anwendung ist das integrierte Entdeckerlexikon. Es bündelt Informationen zu jedem Tier in übersichtlichen Steckbriefen, ergänzt durch Verbreitungskarten und besondere Details. Damit wird die App zu einem digitalen Begleiter, der individuelles Vertiefen jederzeit ermöglicht.
Zusätzlich führen mehrere thematische Entdeckertouren durch die Ausstellung. In kompakten Einheiten von etwa zehn Minuten erschließen sie unterschiedliche Perspektiven – von heimischen Tierarten bis hin zu ausgestorbenen Spezies oder der Kunst der Präparation. Jede Tour erzählt ihre eigene kleine Geschichte und macht den Rundgang abwechslungsreich und strukturiert.

 

Motivation durch Interaktion

Besonders für Familien entfaltet das Angebot seinen Reiz: Gemeinsames Rätseln, Quizfragen und kleine Wettbewerbe sorgen für spielerische Motivation. Punkte und Auszeichnungen setzen zusätzliche Anreize und machen den Museumsbesuch zu einem interaktiven Erlebnis, das über das klassische Lernen hinausgeht.

 

Geschichte trifft Gegenwart

Ein besonderes Highlight ist die virtuelle Begegnung mit Fürst Friedrich Carl, dem Begründer des historischen Naturalienkabinetts. Als 3D-Avatar erscheint er direkt vor den Vitrinen, erklärt Zusammenhänge, erzählt Anekdoten und führt durch die umfangreiche Sammlung. So verbindet sich historische Perspektive mit moderner Technologie auf anschauliche Weise.

 

Ein neues Museumserlebnis

Die Augmented-Reality-App zeigt, wie digitale Anwendungen den Museumsbesuch bereichern können, ohne die Originale in den Hintergrund zu drängen. Sie schaffen zusätzliche Ebenen der Vermittlung, fördern Interaktion und machen Inhalte auf vielfältige Weise zugänglich.

 

 

Ein Besuch auf Schloss Heidecksburg wird damit mehr als ein Rundgang durch eine Ausstellung – er wird zu einer Entdeckungsreise, bei der Geschichte, Natur und Technologie auf eindrucksvolle Weise zusammenfinden.

06. Januar 2026,

geschrieben von Antonie, Maria


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